Das Betriebsteam findet sich

Worum geht es?

Wie in einem APRODI-Verbundtreffen der Anstoß dafür gegeben wurde, dass Forscher, Berater und Vertreter der Betriebe deutlich straffer und konzentrierter in den Betriebsteams zusammenarbeiten, und wie das bei der DuBay umgesetzt wurde.

»TOP 2 – Entwicklungsmöglichkeiten der Zusammenarbeit« hieß es etwas nichtssagend auf der Agenda des APRODI-Verbundtreffens am 10. Oktober 2018 bei der ZF Friedrichshafen AG in Schweinfurt. Doch hinter diesem harmlosen Titel verbarg sich einiges an Dynamik.

Alexander Bendel vom IAQ hatte zwei »Beobachtungen« formuliert und stellte sie den Anwesenden zur Diskussion. Auch diese »Beobachtungen« klangen erst einmal harmlos:

  • „Die Betriebsteams arbeiten mit den Unternehmen in unterschiedlichen Konstellationen, Intensitäten und Rhythmen zusammen” und
  • „Die teilnehmenden Unternehmen befinden sich in unterschiedlichen Veränderungsphasen bei ihren Digitalisierungsprozessen. Die Unterstützungsangebote des Verbunds werden unterschiedlich genutzt.”

Zu diesen Beobachtungen stellte Alexander Bendel einige Fragen an die Teilnehmer der Veranstaltung:

  • „Trifft diese Beobachtung aus Ihrer Sicht so zu?”,
  • „Inwiefern ist dies aus Ihrer Sicht für die APRODI-Projektziele problematisch oder adäquat/funktional?” und
  • „Sollen wir weiter so zusammenarbeiten oder wie müsste stattdessen der Soll-Zustand aussehen?”

Die Reaktion zeigte, dass das Wort »unterschiedlich« in den »Beobachtungen« sehr diplomatisch gewählt worden war. In der Diskussion wurde es schnell durch deutlich weniger neutrale Begriffe wie »wenig effizient«, »kaum« oder »schlecht« ersetzt.

Die Fotodokumentation der Besprechung zeigt auf den Flipcharts Formulierungen wie:

  • „Es braucht grundlegende Struktur”
  • „Rollen klarer definieren in Spannung mit natürlichen und sich verändernden Rollenschwerpunkten – Rollen evolvieren”
  • „Rückkopplung mit fortlaufenden Schritten enger – Wo stehen wir? Wie geht’s weiter?”
  • „Regelmäßige Treffen für Kontakterhaltung und Stärkung”
  • „so dass Energiequellen, Wahrheitssuche und betrieblicher Nutzen vereinbart werden”
  • „teilweise werden Unterstützungsangebote überhaupt nicht genutzt”
  • „wie Aktionsforschung ohne Aktionen?”
  • „Betriebliche Problemsituation muss klar sein”
  • „Kontakt und gemeinsame Problemfestlegung forcieren, aber Scheitern als Ergebnis akzeptieren”
  • „Dilemma: Ich weiß als Betrieb nicht, was Ihr Forscher braucht”
  • „Wir brauchen einen Prozess über den Prozess; jemanden, der gelegentlich von oben darauf guckt”.

Grundsätzlich lief es darauf hinaus, dass Forscher, Berater und Vertreter der Betriebe deutlich straffer und konzentrierter in so genannten Betriebsteams zusammenarbeiten wollten. Neben trivialen Dingen wie die Abstimmung der Rollen und konkrete Terminabsprachen sollte auch geklärt sein, welche Fragen mehr die Forscher interessieren und welche die Betriebe.

Im Protokoll der Besprechung des DuBay-Betriebsteams am 23. Oktober 2018, nur knapp zwei Wochen später, ist unter der Überschrift »Rollenverständnis« geklärt, dass die Arbeitstreffen regelmäßig stattfinden, möglichst monatlich und dass die Termine für die kommenden zwei bis drei Treffen feststehen. Koordination der betrieblichen Aktivitäten und des Betriebsteams erfolgen grundsätzlich durch den »Paten« Jörg Bahlow. Auch wurde festgelegt, wer die Agenda für die Besprechungen entwirft, wer für die Moderation verantwortlich ist sowie wer das Protokoll erstellt.

APRODI DuBay Ergebnispräsentation
Ergebnispräsentation

„Entwicklungsmöglichkeiten der Zusammenarbeit”