Innerbetriebliche Kommunikation

Worum geht es?

Anhand von Beispielen wird gezeigt, wie ungeeignet die E-Mail als Kommunikationsmittel in einer beteiligungsorientierten Organisation ist.

Es hätte alles so schön sein können. Ein zentraler großer Staubsauger in der Compounding-Halle mit Sauganschlüssen an jeder benötigten Stelle, auf jeder Etage. Die kleinen mobilen Staubsauger nicht mehr durch die Gegend schleppen müssen. Die Entsorgung des Staubsaugerabfalls an einer zentralen Stelle.

Nach der Inbetriebnahme schnell die Ernüchterung. Ständige Verstopfungen und Ausfälle. Aufwändige Reparaturarbeiten. Der Kundendienst des Lieferanten wurde zum Stammgast. Die betroffenen Kollegen waren sehr unzufrieden und brachten das an vielen Stellen zum Ausdruck.

Martin Cibis, als Führungskraft unter anderem verantwortlich für die betriebliche Infrastruktur, wollte gründlich aufräumen und die zahlreichen Mängel ein für alle Mal beheben lassen. Dazu benötigte er eine detaillierte Auflistung der diversen Schwierigkeiten mit der zentralen Staubsaugeranlage. Wer könnte da besser helfen als das betroffene Personal selbst? Also setzte sich Martin Cibis hin und schrieb frohen Mutes eine E-Mail an alle Teams mit der Bitte, in einer Antwort-Mail an ihn die Probleme mit dem Staubsauger kurz zu beschreiben, damit er sie zusammenfassen und an den Lieferanten weiterleiten kann.

Die Resonanz aus den Teams: Gleich Null. Trotz der großen Unzufriedenheit raffte sich niemand auf und beschrieb seine Schwierigkeiten in einer Mail.

Die Erfahrung aus dem Internet zeigt: Überall, ob bei YouTube, Facebook, Instagram oder bei Online-Zeitungen: Die Menschen lieben es, Kommentare zu schreiben. Stellt das Schreiben eines Kommentares eine geringere Hürde dar als das Antworten auf eine E-Mail? Hätte Martin Cibis sein Anliegen in eine Art Forum schreiben und um Kommentare bitten sollen? Hilft es, wenn die Kollegen Kommentare der anderen Kollegen sehen und gehen sie darauf ein, so dass ein gegenseitiger Befruchtungsprozess entsteht, der bei E-Mail-Kommunikation nicht möglich ist? Spannende Fragen, die schon seit vielen Jahren durch das DuBay-Management geistern, ohne konkret adressiert worden zu sein.

DuBay Digitalisierung Effizienz und Zusammenarbeit

„Digitalisierung – Effizienz und Zusammenarbeit”

„Ich würde gerne ein Dankeschön an alle DuBayer aussprechen und habe den folgenden Text entworfen. Änderungen, Ergänzungen nehme ich gerne entgegen.” Der neue Geschäftsführer der DuBay, Dr. Marcus Schäfer, hatte ein Dankschreiben an die Belegschaft formuliert und bat drei der Verantwortlichen per E-Mail um Korrekturvorschläge. Es gab nur zwei kleinere Vorschläge, die ohne Diskussion akzeptiert wurden. Dafür wurden insgesamt sieben E-Mails geschrieben.

Hätte die zentrale Ablage des Dokuments bei gleichzeitigem Zugriff von vielen Beteiligten den Korrekturprozess vereinfacht und die E-Mail-Flut reduziert? Auch eine spannende Frage im DuBay Management.

So modern sich die DuBay mit ihrer Organisationsform auch sieht, die interne Kommunikation beruht fast ausschließlich auf der E-Mail. Die Web-2.0-Anwendungen mit Foren, Blogs und Messengern, wie sie im privaten Bereich gang und gäbe sind, waren kaum ein Thema. Selbst nachdem Mark Thönis, als Führungskraft auch zuständig für Kommunikation, ein umfangreiches Seminar zum Thema »Collaboration« besucht hatte, fand die DuBay nicht den Hebel, in diesem Bereich tätig zu werden.

APRODI DuBay Präsentation Arbeitskultur und Digitalisierung
Präsentation

„Auszüge aus der Präsentation »Arbeitskultur und Digitalisierung« vom ifaa-Fachkolloquium 2019”