Influencer-Workshop

Was ist das?

Der Influencer-Workshop wird als methodischer Baustein im Digitalisierungsprozess eingesetzt und trägt dazu bei, den Kreis der am Projektgeschehen Beteiligten sowie der Stakeholder in der Phase der Maßnahmenentwicklung und -umsetzung gezielt zu erweitern. Dazu beleuchten und diskutieren die am Workshop beteiligten Personen aus unterschiedlichen Perspektiven die Chancen und Risiken des Veränderungsgeschehens. Sie arbeiten heraus, wie sich Mitarbeitende für eine aktive Mitwirkung an den Projektaktivitäten des Veränderungsprozesses gewinnen lassen.

Was soll erreicht werden?

Mithilfe eines Influencer-Workshops sollen bislang noch nicht einbezogene oder angesprochene Unterstützer gewonnen werden, die in betrieblichen Digitalisierungsprojekten oder -prozessen mitmachen und sich einbringen wollen.

In diesem Sinne trägt ein erfolgreich durchgeführter Influencer-Workshop dazu bei,

  • das Thema „Digitalisierung – das machen wir!” im Unternehmen an den Mann und die Frau zu bringen und damit auch das interne „Projekt- Marketing” zu unterstützen,
  • den Blick im Unternehmen zu schärfen für neue Wege in der Kommunikation mit und der Ansprache von Mitarbeitenden und Führungskräften, die bislang nicht zum Kreis der aktiv Beteiligten zählen und
  • neue Mitstreitende und „Influencer” als Multiplikatoren unmittelbar durch die Teilnahme am Workshop anzusprechen, also progressive, neugierige und veränderungsbereite Beschäftigte für die Mitwirkung in konkret anstehenden Projektaktivitäten zur Digitalisierung zu begeistern.

Die Durchführung eines Influencer-Workshops kann insbesondere dann von Nutzen sein, wenn bei der Vorbereitung von Veränderungsaktivitäten auf die Schlüsselfrage „Und wer kann es machen?” stets die gleichen Namen genannt werden. Dies sind allerdings im Regelfall eben jene Personen, die als offen für Neues gelten, die sich in bisherigen Projekten bewährt haben und die daher nach dem Motto „immer wieder gerne genommen” einmal mehr in den Blick der Verantwortlichen geraten. Ein großer Haken ist dabei: Sie haben typischerweise als Leistungsträger neben ihrem Tagesgeschäft bereits mehrere andere Projektaufgaben auf ihrer persönlichen To-do-Liste. So kann kaum verwundern, wenn sie auf die „ehrenvolle” Anfrage, doch noch ein weiteres Projekt zu übernehmen, mit einer höflichen aber bestimmten Ablehnung reagieren müssen. Es gilt also neue, andere Handelnde zu begeistern und zu gewinnen, statt „immer wieder dieselben” zu fragen, zu bitten oder schlichtweg zu beauftragen.

Wer macht das?

Ein Influencer Workshop wird von projektverantwortlichen Mitgliedern des Kern- oder Projektteams initiiert, geplant und durchgeführt. Es können jedoch auch Unternehmensexterne einbezogen sein, wie beispielsweise im APRODI-Projekt Forschende aus den beteiligten Instituten. Teilnehmende können etwa aus dem Kreis von Trainees oder Nachwuchsführungskräften und durch gezielte Nachfrage bei Führungskräften und Einzelpersonen identifiziert werden.

Wie macht man das?

Das Vorgehen im Influencer-Workshop umfasst drei Schritte:

  1. 1. Orientierung zum Zielbild und den Handlungsfeldern geben, zum Beispiel durch einen mitreißenden Impulsbeitrag (Keynote). Wie sieht unser Zielbild im Digitalisierungsprozess aus? Was unterscheidet den erstrebenswerten Zielzustand von unserer heutigen Wirklichkeit? Welche Themenfelder gilt es zu bearbeiten, um auf unserem Weg zum Zielbild voranzukommen?
  2. 2. Antworten zu vorgegebener Leitfragen in Kleingruppen aus unterschiedlichen Perspektiven finden. Welche Chancen gilt es zu nutzen? Wie gewinnen wir Mitarbeitende und Führungskräfte für die Arbeit an unserer Vision?
  3. 3. Vorstellung der Ergebnisse mit Diskussion und Verdichtung zur weiteren Bearbeitung.

Das Vorgehen in einem Influencer-Workshop ist durch drei Schritte gekennzeichnet
Das Vorgehen in einem Influencer-Workshop ist durch drei Schritte gekennzeichnet

Zur Bearbeitung des zweiten Schritts kommt im Influencer-Workshop die angepasste Version einer Methode des Rollenspiels zum Einsatz. Dieses Vorgehen eignet sich besonders gut, um eine komplexe Thematik – wie hier den Digitalisierungsprozess – aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und zu bewerten. Als methodische Basis der Wahl gilt in diesem Fall die von Edward de Bono bereits 1986 entwickelte Methode der Denkhüte („Thinking Hats”). Alternativ lässt sich mit einer angepassten Form der Walt-Disney-Methode arbeiten, die auf de Bono basierend von Robert B. Dilts beschrieben wurde.

Jedes Mitglied einer Kleingruppe setzt sich in dieser Phase des Influencer-Workshops einen farbigen Hut auf, dessen Farbe für eine bestimmte Grundhaltung steht. Gemeinsam bearbeiten sie aus der Haltung dieser Rolle heraus die Leitfragen. Jedes der sechs unterschiedlichen Hut-Teams fokussiert seine Diskussion dabei konsequent auf diese eine Perspektive: sachlich- analytisch (weiß) oder emotional-subjektiv (rot) oder kritisch-skeptisch (schwarz) oder optimistischspekulativ (gelb) oder kreativ-konstruktiv (grün) oder ordnend-moderierend (blau). Die erarbeiteten Ergebnisse hält jede Kleingruppe in Stichworten auf einem Flipchart fest, so dass sie den anderen Kleingruppen im Raum beim anschließenden Schritt drei vorgestellt und gemeinsam verdichtet werden können.

Zu den Erfolgsfaktoren für die Durchführung eines Influencer-Workshops zählt erfahrungsgemäß neben einer gelungen Zusammensetzung, also einer ausgeprägten Mischung von professionellen und persönlichen Blickwinkeln im Kreis der Teilnehmenden, die umsichtige und kompetente Moderation des Workshop-Prozesses.