Die Wissenslandkarte IT-Landschaft ist ein typisches Ergebnis der soziotechnischen Bestandsaufnahme. Zur bestehenden IT-Infrastruktur, zu den gerade laufenden und zu den geplanten Aktivitäten zur Veränderung der IT-Landschaft enthält die Wissenslandkarte eine auch für IT-Laien verständliche Beschreibung der jeweiligen IT-Anwendung und ihrer Einsatzgebiete. Ferner sind dort die Kontaktdaten von Erfahrungsträgern eingetragen, die sich so gut mit der betreffenden IT-Anwendung auskennen, dass sie selbst dazu Auskunft geben können (oder immerhin eine Ahnung haben, wer stattdessen Bescheid wissen könnte). Im Unterschied zur Projektegalerie „IT-Infrastruktur/ Digitale Innovationen/Arbeit 4.0”, in der die gerade aktuellen Aktivitäten zur Veränderung der IT-Landschaft/der genutzten IuK-Systeme in Projektsteckbriefen dargestellt werden, greift die Wissenslandkarte weiter zurück in die Entstehungs- und Nutzungsgeschichte der betrieblichen IT-Infrastruktur. Dabei werden in vielen Fällen so bezeichnete „Dinosaurier” auftauchen, bei denen sich nur noch ganz altgediente Erfahrungsträger auskennen. Oft müssen zur Problembehandlung bereits ausgeschiedene Erfahrungsträger reaktiviert werden.
Die Erstellung der Landkarte übernimmt das betriebliche Netzwerk von nutzerorientierten IT-Profis und IT-affinen Nutzern mit dem Wohlwollen und mit ausdrücklicher Billigung des Führungskreises im Unternehmen/am Standort.
Als Top-down-Aktivität wäre die Erstellung einer Wissenslandkarte IT-Landschaft von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Träger einer solchen Aktivität kann nur das professionelle Beziehungsnetzwerk aus nutzerorientierten IT-Profis und IT-affinen Nutzern (Key-User-Netzwerk) sein. Natürlich braucht es dazu eine offizielle Erlaubnis, aber bereits eine rechtssichere Klärung der mit einem solchen Dokument verbundenen Datenschutzfragen führt mitten in die Welt der „Social Media”. Also sollte sowohl die Erstellung als auch die Pflege des Dokuments ganz offiziell (mit einer gut durchdachten und strikt gehandhabten Zugangs- und Berechtigungssystematik) in die Hände des betrieblichen Netzwerks von IT-Profis und Key-Usern gelegt werden. Die dazu nötigen und passenden Mittel und Wege sind sehr spezifisch. Der genannte Betreiberkreis wird jedoch, wenn er das Wohlwollen der Leitung spürt, in eigener Verantwortung suchen und finden.