SWOT-Analyse

Was ist das?

Die SWOT-Analyse ist eine probate Methode zur partizipativen Standortbestimmung eines Unternehmens oder eines Unternehmensteils (Geschäftsbereich, Standort etc.). Die SWOT-Analyse erfolgt in Form einer Kartenabfrage oder eines Brainstorming zu den vier Analyseperspektiven Stärken (Strengths), Schwächen (Weaknesses), Chancen (Opportunities) und Risiken (Threats). Im APRODI-Kontext sind insbesondere die Stärken und Schwächen der derzeitigen IT-Infrastruktur und der bereits laufenden Digitalisierungsaktivitäten sowie die aus Chancen und Risiken resultierenden neuen Anforderungen an den betrieblichen Digitalisierungsprozess von Bedeutung.

Das Ergebnis ist eine gemeinschaftliche Einschätzung der Workshop-Teilnehmenden zu diesen vier Analyseperspektiven, wobei sich gerade aus unterschiedlichen Einschätzungen der Beteiligten oft wertvolle Erkenntnisse für den Strategieprozess und für die Gestaltung des betrieblichen Digitalisierungsprozesses (Digitale Agenda, Digital Roadmap) ergeben.

Was soll erreicht werden?

Ziel der SWOT-Analyse ist es, in einem definierten Prozess unter Beteiligung aller wichtigen Erfahrungsträger und Mitarbeitenden für ein Unternehmen oder einen Unternehmensteil die übereinstimmenden und gegebenenfalls die unterschiedlichen Einschätzungen zu erkunden und zu dokumentieren

  • sowohl zur eigenen Ist-Situation (Stärken = Kompetenzen, Ressourcen etc.; Schwächen = Problemfelder, Engpässe etc.)
  • als auch zu den absehbaren zukünftigen Umfeldentwicklungen, die für das Unternehmen relevant sind.

Damit kann die SWOT-Analyse zugleich als Analyse- Schritt in einer partizipativen „Strategieschleife” (Nagel 2007) dienen.

Die SWOT-Analyse ist damit einerseits ein Prozessschritt im APRODI-Vorgehensmodell mit unmittelbarem Nutzen für die Orientierung über den Status der IT-Infrastruktur und der digitalen Innovationen. Andererseits ist sie ein sehr geeignetes Verfahren zur Strategieentwicklung für den betrieblichen Digitalisierungsprozess mit vergemeinschaftender und aktivierender Wirkung im Hinblick auf die Fokussierung. Sie unterstützt bewusste, abteilungs- und funktionsübergreifend handlungsleitende Prioritätsentscheidungen zur Digitalen Agenda und Digitalisierungs-Roadmap).

Wer macht das?

Der Kreis der Beteiligten aus dem Unternehmen beziehungsweise dem Unternehmensteil, über das in der SWOT-Analyse Aussagen gemacht werden sollen, ist je nach Ausgangs-Problemlage und Analyse-Zielsetzung jeweils so zusammenzustellen, dass

  • sich möglichst niemand übergangen oder ausgeschlossen fühlt,
  • das Analyseteam in seiner Gesamtheit als urteilsfähig angesehen werden kann und
  • die Weiterarbeit im Anschluss an die SWOT-Analyse – im Sinne des strategischen Dreischritts – „Ist → Soll → Maßnahmen” in diesem Kreis möglich und sinnvoll erscheint.

Wie macht man das?

Nachdem klar ist, wozu die SWOT-Analyse dienen kann und wer daran beteiligt werden soll, braucht es in der Regel nicht mehr als zwei Stunden Workshopzeit, um

  • die Methode den Beteiligten vorzustellen und zu erklären, welche Ziele mit dem Methodeneinsatz verbunden sind,
  • den Beteiligten in Einzelarbeit, Paararbeit oder Kleingruppenarbeit die Gelegenheit zum Durchdenken und unter Umständen zum Durchsprechen ihrer Impulse zu den vier Feldern der SWOT-Analyse zu geben,
  • diese Impulse auf Moderationskarten und/oder Flipcharts zu visualisieren oder in Form eines Brainstorming abzufragen,
  • aus den Ergebnissen das Gesamtbild der SWOT-Analyse mit ihren vier Ergebnisfeldern Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken zusammenzustellen und
  • das Analyseergebnis zu dokumentieren.

Die Konsequenzen aus dem gemeinsam erarbeiteten Gesamtbild können anschließend im Kreis der Beteiligten in einem Management-Team (Standortbestimmung im Führungskreis) besprochen und vereinbart und in turnusmäßigen Review-Meetings verfolgt werden.