User Stories „Digital Innovations”

Was ist das?

Im allgemein gebräuchlichen Format einer User Story («Rollenträger» «gewünschtes Feature» «erwarteter Nutzen») kann für eine in Planung/Vorbereitung befindliche digitale Innovation auf transparente Weise erfragt und dokumentiert werden, wer sich welches Feature wünscht und welche Nutzenerwartung aus der Sicht des jeweiligen Rollenträgers damit verbunden ist.

Wer macht das?

Im Rahmen des von APRODI empfohlenen partizipativen Vorgehens können sowohl die Initiatoren oder Auftraggeber der beabsichtigten digitalen Innovation als auch alle anderen Betroffenen mit dem Sammeln von User Stories beginnen.

Wie macht man das?

Unsere APRODI-Empfehlungen dazu lauten:

  • Koordination über den Steuerkreis „Digitale Agenda”
  • Vorlage mit dem unter „Was ist das?” beschriebenen einfachen Format («Rollenträger» «gewünschtes Feature» «erwarteter Nutzen») als gemeinsam genutzter, stabil-flexibler Standard für alle Digitalisierungsaktivitäten. In der Praxis könnte eine User Story so aussehen: „Als Werker möchte ich eine Hilfestellung für den Montageablauf von Produkten, die ich noch nie montiert habe, um Produkte schneller und flexibler montieren zu können.”
  • Gemeinsam definierter und dann verbindlich gemachter Ablauf für das Einholen und Dokumentieren der User Stories.
  • Gemeinsamer Speicherort mit freiem Zugang zu den eingereichten User Stories für alle, die es angeht.
  • Der Steuerkreis entscheidet mit dem Initiator/ Auftraggeber von Fall zu Fall darüber, wie die User Stories als Wünsche/Erwartungen/Anforderungen an die digitale Innovation in den Projektauftrag und die Projektbearbeitung einfließen sollen.

Was soll erreicht werden?

Die Initiatoren/Auftraggeber von digitalen Innovationen sollen es sich zur Gewohnheit machen,

  • bereits in einer frühen Phase des Vorhabens an die unterschiedlichen Wünsche und Erwartungen der unterschiedlichen Anspruchsgruppen zu denken und sie im Sinne eines soziotechnischen Lastenhefts in den Projektauftrag einfließen zu lassen.
  • ihre eigenen Wünsche und Erwartungen an das jeweilige Vorhaben bereits zu Beginn explizit zu machen und Transparenz über den angestrebten Funktionsumfang der Digitalen Innovation herzustellen.
  • von sich aus eine frühzeitige Information über das Vorhaben, eine ernsthafte Einladung zur Partizipation und letztlich einen Prozess der aktiven Mitgestaltung durch die unterschiedlichen Stakeholder anzustreben.

Methodisch sind solche User Stories eine gute Ausgangsbasis für ein agiles Vorgehen sowohl im Einzelvorhaben als auch, bei konsequenter Umsetzung der APRODI-Empfehlungen, für alle Vorhaben, die auf der „Digitalen Agenda” stehen.

Die späteren „Nutzer” und alle anderen direkt oder indirekt an der geplanten Digitalen Innovation beteiligten beziehungsweise davon betroffenen Personen- und Funktionsgruppen sollen aktiv mit einbezogen werden. Eventuelle Ängste können so transparent gemacht, Vorschläge einbezogen und (auch unbequeme) Veränderungsprozesse proaktiv in Gang gebracht werden.