Übersicht Handlungsfelder

Was ist das?

Hierbei handelt es sich um eine Übersicht über die unterschiedlichen betrieblichen und betriebsübergreifenden Handlungsfelder, die zunächst mit einzelnen Digitalisierungsvorhaben und dann mit der immer häufiger so bezeichneten „Digitalen Transformation” verbunden sein können. Als Handlungsfeld- Mindmap oder Handlungsfeld-Matrix ist sie ein Hilfsmittel für Initiatoren/Auftraggeber und für alle anderen betrieblichen Personen im Digitalisierungsprozess.

Nach den Erfahrungen aus dem Projekt APRODI gehören zu diesen Handlungsfeldern typischerweise

  • Information und Partizipation im Digitalisierungsprozess und in den Einzelprojekten,
  • Nutzung von Social Media (unternehmensoder standortspezifische IT-Infrastruktur, Systeme und Verhaltens-Standards),
  • IT-Sicherheit, unter anderem auch in Verbindung mit „Bring your own device”,
  • Arbeitnehmer-Datenschutz,
  • vorausschauende Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen, Prävention 4.0,
  • erwarteter Kompetenzbedarf und Maßnahmen zur Kompetenzentwicklung,
  • Arbeit in Netzwerken, (virtuelle) Teamarbeit,
  • Gestaltung von mobil-flexiblen Arbeitsformen, Arbeitszeitmodellen,
  • (digitale) Arbeits- und Zeitwirtschaft, Arbeitspensum und Leistungsbemessung,
  • Konsequenzen für die Entgeltgestaltung.

Was soll erreicht werden?

  • Digitalisierung als auf den ersten Blick rein technischer Vorgang der Implementierung neuer Hardware, neuer Software oder eines neuen IuK-Systems insgesamt hat im betrieblichen Kontext auf den zweiten Blick eine ganze Reihe von erfolgskritischen Begleiterscheinungen, Voraussetzungen und Rahmenbedingungen im nichttechnischen und soziotechnischen Bereich. Der hieraus resultierende Planungs-, Besprechungs-, Vereinbarungs- und Handlungsbedarf betrifft eine Vielzahl von unterschiedlichen Funktions- und Verantwortungsbereichen, die in vielen Fällen gar nicht oder viel zu spät vom jeweiligen Digitalisierungsvorhaben erfahren. Gleichzeitig überblicken in vielen Fällen weder die mit der Umsetzung des Digitalisierungsvorhabens beauftragten IT-Spezialisten noch die Initiatoren/ Auftraggeber des Vorhabens alle diese Begleiterscheinungen, Voraussetzungen und Rahmenbedingungen. Mit der Übersicht über die unterschiedlichen Handlungsfelder in der zunehmend so bezeichneten „Digitalen Transformation” soll erreicht werden, dass
  • alle Beteiligten, vor allem aber die Initiatoren/Auftraggeber und die für den Digitalisierungsprozess technisch zuständigen Fachabteilungen einen Überblick über die Handlungsfelder und Handlungsbedarfe einer erfolgreichen digitalen Innovation bekommen.
  • ein Prozess der regelmäßigen gemeinschaftlichen Standortbestimmung und Zielvereinbarung im Hinblick auf die Handlungsfeld-/ Digitalisierungsprojekt-Matrix und den darin benannten Handlungsbedarf in Gang kommt.
  • nach und nach eine frühzeitige, vorausschauende Berücksichtigung der nichttechnischen und soziotechnischen Handlungsfelder und des Handlungsbedarfs zu einem kulturellen Standard beim Planen und Aufsetzen von Digitalisierungsprojekten und -prozessen wird.

Wer macht das?

  • Steuerkreis
  • Projektteam
  • oberster Führungskreis
  • HR, Organisations- und Personalentwicklung
  • Betriebsparteien (Betriebsleitung und Betriebsrat, Schwerbehindertenvertretung)

Obwohl das die Komplexität erhöht, sollten alle hier genannten Gremien an der Erstellung dieses Dokuments beteiligt werden. Sie sollten es auch als ihre Aufgabe ansehen, die Anforderungen, die sich daraus für sie in der jeweiligen Funktion oder Rolle ergeben, nicht nur zur Kenntnis zu nehmen, sondern auch in die eigene To-Do-Liste zu übernehmen. Um eine solche Übersicht zusammenzustellen, müssen sich die genannten Gremien nicht unbedingt treffen. Im Hinblick darauf, welche Konsequenzen zu ziehen sind, und um zu klären, wer welchen Beitrag dazu leisten soll und die Verantwortung dafür übernimmt, wird empfohlen, diese Übersicht bereits im Rahmen der Orientierungsphase im Zusammenhang mit einer dort ohnehin anstehenden Meilenstein- Veranstaltung auf die Tagesordnung zu setzen und lösungsorientiert zu beraten.

Wie macht man das?

Je nachdem, ob es bereits einen Steuerkreis für die betrieblichen Digitalisierungsvorhaben und/oder ein Projektteam „Digitale Transformation” gibt oder ob die Geschäfts-/Betriebsleitung, die HR-Funktion, die Organisations- und Personalentwicklung und/oder die Betriebsparteien noch auf der Suche nach passenden Mitteln und Wegen zur Vernetzung und Koordination der einzelnen Digitalisierungsaktivitäten sind, kann ein erster Entwurf zu einer Handlungsfeld- Mindmap oder einer -Matrix zum Beratungsgegenstand werden. Dafür eignen sich zum Beispiel ein Management-Meeting, ein Steuerkreis-Meeting, ein Vernetzungsforum der Digitalisierungsprojekte oder eine Betriebsversammlung. Hier kann die Übersicht der Handlungsfelder zum Beispiel durch einen arbeitswissenschaftlichen Fachvortrag und/oder durch einen Erfahrungsbericht aus der betrieblichen Praxis vorgestellt werden.

Die entscheidenden Schritte auf dem Weg zur eigenen Handlungsfeld-Übersicht sind dann

  • die Auflistung der bereits laufenden und der geplanten Digitalisierungsaktivitäten (siehe dazu auch Projektegalerie),
  • die (im Idealfall partizipative) Erstellung von Handlungsfeld-Mindmaps zur Einschätzung von Handlungsbedarf und Ist-Stand im Hinblick auf die unterschiedlichen Handlungsfelder für die einzelnen Digitalisierungsvorhaben,
  • das Zusammentragen dieser Einschätzungen in einer Handlungsfeld-/ Digitalisierungsprojekt-Matrix,
  • das Ableiten der Konsequenzen für Digitale Agenda, Digital Roadmap und – je nach Einschätzung des Handlungsbedarfs – für die einzelnen Digitalisierungsprojekte sowie
  • das Treffen von tragfähigen Vereinbarungen zur Pflege und regelmäßigen Aktualisierung der Übersicht (zum Beispiel quartalsweise).